Herbst
Herbstwind malt auf grüne Blätter
ocker, gelb und dunkelbraun,
wirbelt golddurchwirktes Licht
durch des Himmels weiten Raum.

Saat und Ernte sind vorbei,
Mutter Erde geht zur Ruh,
und ein bunter Blätterteppich
deckt die Felder leise zu.

Morgennebel, kühl und nass,
zieht durchs Tal, umhüllt den Wald,
hinterlässt ein tiefes Schweigen,
unbeschreiblich, still und kalt.

Und die Seele still verharrt,
in der Reife ihrer Zeit,
noch erfüllt von Licht und Wärme,
noch durchdringt von Glück und Freud.

Wie die Erde bis zum Frühling
Wunderbares in sich trägt,
sich erneuert in der Ruhe
und den Keim des Wachstums trägt,

so besinnt sich auch die Seele
in der sonnenarmen Zeit,
und tritt voller Kraft und Weisheit
in die nächste Frühlingszeit.
Monika Schudel, Oktober l998