Wunder
Übers weite Meer fliegst du,
immer näher her zu mir,
deine Flügel spannst du weit
und ich folge träumend dir.

Strahlend weiss sind deine Federn,
schillernd farbig, wenn das Licht,
sich in deinem Federkleid
regenbogenfarbig bricht.

Steige weit hinauf mit dir,
mühelos in stetem Kreis.
Kein Geräusch stört unsren Flug,
nur der Wind, der flüstert leis.

Immer kleiner werden Häuser,
Flüsse wie ein Silberband,
und das Blau des weiten Himmels
lässt verblassen dieses Land.

In mir spür ich meinen Puls
wie ein Herzschlag aus dem All,
der wie meine Flügel schlägt,
still umfängt den Erdenball.
Jetzt fühl ich den Atem Gottes
der mich wie ein Wunder trägt,
der mich liebevoll umarmend,
schützend um mich selber legt.

Helles Licht umgibt dies Atmen
und verleiht mir Ewigkeit.
Dankbarkeit erfüllt mein Sein,
meine Schwerelosigkeit.

Liebe fliesst durch mich hindurch
und pulsiert im hellen Licht.
Schöpfergeist du bist die Liebe
die in allem ewig spricht.

Langsam gleite ich hinunter
mit dem Vogel den ich sah,
und die Erde zieht zurück mich,
ist so laut, so schwer und nah.

Doch mein Geist ist voll von Liebe,
leuchtet durch des Atems Kraft,
ist erfüllt von Ewigkeit
die mich wunschlos glücklich macht.

Monika Schudel, September 1999 . . .